Montag, 18. August 2014

Schall und Wahn

Der Roman „Schall und Wahn“ von William Faulkner aus dem Jahr 1929 beschreibt den Niedergang des alten amerikanischen Südens am Beispiel der Familie Compson aus Jefferson, Mississippi. Das Werk gliedert sich in vier Abschnitte.

Im ersten Teil des Buches wird der Familienalltag aus der Perspektive des erwachsenen und geistig behinderten Benjy beschrieben. Dieser kann sich nur durch Stöhnen, Wimmern und Kreischen mit seiner Familie verständigen. Seine Eindrücke gehen über ein einfaches Kurzzeitgedächtnis nicht hinaus.

Der zweite Teil spielt etwa achtzehn Jahre zuvor. Dieser wird von Quentin erzählt, der sich am Ende jenes von ihm erzählten Tages im Fluss ertränkt. Der Grund dafür ist der mit seiner Schwester Caddy begangene Inzest.

Im dritten Teil erzählt Jason, der nach dem Tod seines Vaters die Rolle des Hausherrn übernommen hat. Er lebt seine Unzufriedenheit in ausgeprägtem Zynismus und seiner Boshaftigkeit aus, weil er sich vom Schicksal sowie von seiner Familie benachteiligt fühlt.

Der vierte und letzte Teil wird von einem anonymen Erzähler berichtet.

William Faulkner kam 1897 in New Albany, Mississippi, zur Welt. Nachdem er in einer New Yorker Buchhandlung und für eine Zeitung in New Orleans gearbeitet hatte, folgten Reisen nach Europa und Asien. Faulkner arbeitete. In den 1930er und 1940er Jahren war William Faulkner auch als Drehbuchautor in Hollywood tätig. 1949 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Faulkner starb 1962 an den Folgen eines Reitunfalls.

Samstag, 26. Juli 2014

Von Prunk und Pracht zu feldgrau

In dem Bildband „Die k.uk. Armee im Ersten Weltkrieg“ von Ortner und Hinterstoisser werden Fotoaufnahmen der österreich-ungarischen Armee aus der Zeit des Ersten Weltkriegs präsentiert. Es zeigt wie sich die Uniform durch die Industrialisierung verändert hat. Von einer prachtvollen und bunten Uniform mit viel Schmuck und Prunk sowie Helme, die mit Gold und Silber verziert waren, bis hin zu feldgrauen Uniformen mit Gasmasken. Es handelt sich um ein interessantes Buch, welches ein Stück Geschichte abbildet.

Sonntag, 20. Juli 2014

Ein Fotobuch mit besonderen Aufnahmen

Im Juni vor zwei Jahren, 2012, erschien auf dem deutschsprachigen Markt ein besonderes Buch. Es handelt sich dabei um ein Fotobuch des amerikanischen Fotographen Milton Greene. Hierin finden sich Bilder von Marilyn Monroe. Daher auch der Titel: Milton`s Marilyn.

Es sind nicht irgendwelche Fotos. Nein. Es handelt sich um Aufnahmen, die Milton Greene zu Lebzeiten nicht veröffentlichte. Erst nach seinem Tod und eines Jahrelangen Erbschaftsstreites, konnten diese Fotos 1994 veröffentlicht werden. Und nun sind diese auch im deutschsprachigen Raum.

Freitag, 11. Juli 2014

Das Delta der Venus



In „Das Delta der Venus“ erzählt Anais Nin in fünfzehn Kurzgeschichten über Sex, Lust und Leidenschaft. Entstanden ist das Werk Anfang der vierziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, als der Schriftsteller Henry Miller aus Geldnot das Angebot eines anonymen „Sammlers“ akzeptierte, für je einen Dollar pro Seite erotische Literatur zu verfassen. Anais Nin bemächtigte sich dieser Quelle und schrieb ebenfalls für diese Person. Dennoch war sie hiervon nicht begeistert. Schlussendlich schrieb Nin ihm: „Wir hassen Sie. Das Geschlechtliche verliert alle Macht und Magie, wenn es überdeutlich, übertrieben, mechanisch dargestellt, wenn es zur fixen Idee wird. Es wird stumpfsinnig.“

Sonntag, 29. Juni 2014

Wem die Stunde schlägt

Der Roman „Wem die Stunde schlägt“ von Ernest Hemingway handelt von dem Amerikaner Robert Jordan, der in den Internationalen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg kämpft. Er ist immer vorne an der Front, bzw. hinter der Front im Feindesland. Zu seinen Aufgaben gehört der Partisanenkampf in dem er Züge oder Brücken sprengt und dem Gegner das Leben schwer macht.

Im Roman wird eine Episode von drei Tagen im Leben von Robert Jordan erzählt. In der Nähe der Stadt Segovia soll der Amerikaner zusammen mit lokalen Partisanen im Vorfeld einer offensive gegen die Faschisten eine Brücke sprengen.

1943 wurde der Roman mit Gary Cooper, Ingrid Bergman, Akim Tamiroff und Katina Paxinou unter der Regie von Sam Wood verfilmt. Der Film erhielt einen Oscar in der Kategorie Beste Nebendarstellerin und war in acht weiteren Kategorien nominiert.

Sonntag, 15. Juni 2014

Zeit der Reife

„Mitten auf der Rue Vercingetorix faßte ein großer Typ Mathieu beim Arm; ein Polizist ging auf dem anderen Bürgersteig auf und ab.
‚Gib mir was, Chef; ich habe Hunger.‘
Er hatte engstehende Augen und dicke Lippen, er roch nach Alkohol.
‚Hast du nicht vielleicht eher Durst?‘ fragte Mathieu.
‚Ich schwör`s dir Kumpel‘, sagte der Kerl mühsam, ‚ich schwör`s dir.‘
Mathieu hatte ein 100-Sous-Stück in der Tasche gefunden:
‚Das ist mir übrigens scheißegal‘, sagte er, ‚das hab ich nur so gesagt.‘
Er gab ihm die hundert Sous.“, fängt Jean-Paul Sartre in seinem Roman „Zeit der Reife“, dem ersten Band des Romanzyklus „Wege der Freiheit“, an.

Mathieu, der viele Züge von Sartre hat, steht in der Frage gefangen, ob er das Kind seiner Geliebten abtreiben oder behalten und die werdende Mutter heiraten soll. Er weiß es nicht. Auch wenn Mathieu beschlossen hatte, sich an nichts und niemanden zu binden, sodass er jederzeit frei und verfügbar leben kann, ist diese Entscheidung keine leichte für ihn.

Um den Protagonisten kreisen einige wenige Figuren herum, die Sartre in seiner Umgabung fand. Da ist zum einen das exzentrische Geschwisterpaar Boris und Ivich aus Weißrussland, die alternde drogensüchtige Sängerin Lola, der sadomasochistische homosexuelle Daniel, der engagierte Kommunist Brunet und die selbstlose Jüdin Sarah.

Jean-Paul Sartre kam am 21. Juni 1905 in Paris zur Welt. Er galt als einer der wichtigsten Vertreter des Existentialismus und zu deren wichtigsten Vertretern. Seine Theaterstücke, Romane, Erzählungen und Essays machten ihn weltberühmt. 1964 lehnte Sartre den Nobelpreis für Literatur ab. Er starb am 15. April 1980 in Paris.