„Er war ein alter Mann, der allein in einem kleinen Boot im
Golfstrom fischte, und er war jetzt vierundachtzig Tage hintereinander
hinausgefahren, ohne einen Fisch zu fangen. In den ersten vierzig Tagen hatte
er einen Jungen bei sich gehabt. Aber nach vierzig fischlosen Tagen hatten die
Eltern des Jungen ihm gesagt, daß der alte Mann jetzt bestimmt immer salao sei,
was die schlimmste Form von Pechhaben ist, und der Junge war auf ihr Geheiß in
einem anderen Boot mitgefahren, das in der ersten Woche drei gute Fische
gefangen hatte. Es machte den Jungen traurig, wenn er den alten Mann jeden Tag
mit seinem leeren Boot zurückkommen sah, und er ging immer hinunter, um ihm
entweder die aufgeschossenen Leinen oder den Fischhaken und die Harpune oder
das Segel, das um den Mast geschlagen war mit Mehlsäcken geflickt, und
zusammengerollt sah es wie die Fahne der endgültigen Niederlage aus.“
So beginnt Ernest Hemingways Klassiker „Der alte Mann und
das Meer“, welches 1952 erschien und mit dem der Literaturnobelpreisträger von
1954 den Gipfel seiner Erzählkunst erreichte. Es ist die Geschichte eines
glücklosen, alten Fischers, der nicht aufgibt und doch noch den Fang seines
Lebens macht.
„Er faßte all seine Schmerzen zusammen und was von seiner
Kraft übrig war und seinem lang dahingeschwundenen Stolz, und er setzte es
gegen den Todeskampf des Fisches, und der Fisch drehte sich auf die Seite und
schwamm ruhig auf der Seite, und sein Schnabel berührte beinahe die Planken des
Bootes, und er begann, langsam im Wasser an dem Boot vorbeizuziehen, lang,
tief, breit, silbern und violett gestreift und ohne Ende.“
„Nun wurde der Fisch lebendig, als er den Tod in sich
spürte, und sprang hoch aus dem Wasser empor und zeigte seine ungeheure Länge
und Breite und seine ganze Macht und Schönheit. Er schien über dem alten Mann
in dem Boot in der Luft zu hängen. Dann fiel er krachend ins Wasser so daß
Schaum über den alten Mann und über das ganze Boot spritzte.“
Es war der größte Fang des alten Mannes, der nur Baseball
und den großen DiMaggio genauso sehr liebt wie das Meer. Doch am Ende verliert
er den Fisch an das Meer und die Haie. Das Werk ist somit ein Gleichnis für ein
Leben voll Mühsal und Tapferkeit, dessen Sinnhaftigkeit nicht durch äußere
Siege bestätigt werden müssen.
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