Sonntag, 1. Juni 2014

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

„In dem ich die Feder ergreife, um in völliger Muße und Zurückgezogenheit – gesund übrigens, wenn auch müde, sehr müde (so daß ich wohl nur in kleinen Etappen und nur unter häufigem Ausruhen werde vorwärtsschreiten können), indem ich mich also anschicke, meine Geständnisse in der sauberen und gefälligen Handschrift, die mir eigen ist, dem geduldigen Papier anzuvertrauen, beschleicht mich das flüchtige Bedenken, ob ich diesem geistigen Unternehmen nach Vorbildung und Schule denn auch gewachsen bin“, beginn Thomas Mann seinen Roman „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, erschienen 1954 im S. Fischer Verlag.

Felix Krull, Sohn eines Fabrikanten, wuchs in Vergnügungssucht, Verschwendung und Oberflächlichkeit in einer Kleinstadt im Rheingau auf. Da die Geschäfte des Vaters moralisch und auch finanziell sehr fragwürdig sind, wird die Familie im Ort gemieden. Dies hat auch Auswirkungen auf den jungen Felix Krull. Er bleibt ohne Freunde, was ihn wenig stört, da dieser sich ohnehin für etwas Besseres hält.

Felix Krull zeigt früh eine Begabung für Rollenspiele, die er sehr liebt und begehrt. Etwas vorzutäuschen, das er nicht ist, begeistert den Jungen unglaublich. Dies treibt Felix Krumm soweit, dass er anfängt auch Krankheiten zu simulieren, die in einer derartigen Perfektion vorgetragen werden, dass selbst der Hausarzt ihm nicht auf die schliche kommt.

Im Alter von 16 Jahren geht Felix eine mehrjährige sexuelle Beziehung mit seinem Zimmermädchen Genovefa ein und kommt dadurch zu der Überzeugung, dass er zwar nicht als Schüler, jedoch als Liebhaber über eine ganz außerordentliche Begabung verfüge. Dies weist den jungen Krumm den Weg zu seinem späteren Leben.

Nachdem der Vater pleite geht, verlässt Felix Krumm seine Heimat und erhält dank seinem Paten eine Anstellung in einem Pariser Luxushotel. Dort studiert er das Leben der oberen Gesellschaftsschicht. Noch ist ihm die Tür zu dieser verwehrt, jedoch ist Felix fest entschlossen in diese hineinzugelangen. Der junge Krumm ist nicht nur von den eleganten Menschen beeindruckt, sondern vor allem auch von ihren Luxusgütern.

Im späteren Verlauf wird Felix Krull zum Liftboy ernannt. In dieser Funktion lernt er die wohlhabende und schöne Diane Philibert kennen. Diese verführt Felix und geht mit ihr eine Liebesbeziehung ein. Jedoch interessiert ihn nicht nur die wunderschöne Dame, sondern auch ihr Reichtum, von dem sich Felix bedient.

Felix Krulls aufstieg geht weiter. Zuerst wird er Kellner und schließlich Oberkellner. Dank den Diebstählen kann sich der junge Krull einen dandyhaften Lebensstil leisten.


Paul Thomas Mann wurde am 6. Juni 1875 in Lübeck als Sohn des Kaufmanns Thomas Johann Heinrich Mann und Julia da Silva Mann geboren. Er gilt als einer der größten deutschen Schriftsteller. Er wuchs zusammen mit vier Geschwistern auf. Sein älterer Bruder, Luiz Heinrich Mann war ebenfalls Schriftsteller. Der zweite Bruder von ihm war der um fünfzehn Jahre jüngere Karl Viktor Mann, der nicht als Schriftsteller tätig war. Seine beiden Schwestern, Julia Elisabeth Therese Löhr-Mann und Carla Auguste Olga Maria Mann, begingen beide Selbstmord.

Im Jahre 1891 starb sein Vater, der im Testament verfügt, dass sein Erbe verkauft und angelegt wird. An das Geld sollte Thomas Mann und seine Geschwister erst mit 21 Jahren heran kommen. Drei Jahre später bricht er die Schule ab und zieht nach München. Im selben Jahr veröffentlicht er seine erste Novelle in einer Zeitschrift.

Zwei Jahre später wird  er 21 und erhält monatlich 180 Goldmark aus dem Vermögen seines Vaters, was ihm ein Leben als freier Schriftsteller ermöglicht. 1900 wird er zum Wehrdienst eingezogen, allerdings wird er schon nach drei Monaten wieder wegen Untauglichkeit entlassen. Ein Jahr später veröffentlicht er dann sein erstes Buch (Budenbrooks), welches ihn sehr bekannt macht.

1904 lernte er Katharina Pringsheim kennen, welche nur Katia genannt wird und heiratet diese am 11.2.1905. Aus dieser Ehe gehen alle seine sechs Kinder, Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth und Michael, hervor. Alle von ihnen, außer Michael, waren Schriftsteller. Von seinen sechs Kindern begingen zwei Selbstmord, Klaus und Michael. Im Jahre 1912 erkrankte Katia Mann an Tuberkulose und wurde in ein Sanatorium eingeliefert, wo sie von ihrem Mann besucht wurde. Thomas Mann war von der Atmosphäre angetan, sodass er durch diesen Ort zu seinem Roman „Der Zauberberg“ inspiriert wurde, welcher allerdings erst 1924 erschien.

Nachdem ersten Weltkrieg und der aus dem hervorgegangene Antisemitismus, vor allem durch die NSDAP, beschloss er 1922 in die liberale Partei Deutsche Demokratische Partei einzutreten. 1929 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Vier Jahre später kam die Machtergreifung Hitlers und Thomas Mann emigrierte ins Ausland. Zuerst nach Frankreich und erhielt später die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft, dass ihn selbst wunderte. Nach dem Anschluss Österreich an Deutschland im Jahre 1938 ging Thomas Mann mit seiner Familie in die USA, wo er während des zweiten Weltkrieges die Radiosendung „deutsche Hörer“ moderierte, welche in den Staaten aufgenommen und von England aus nach Deutschland übertragen wurde. Erst 1952 kehrte Thomas Mann nach Europa zurück und lebte bis zu seinem Tod am 12. August 1955 in der Schweiz.

Zu seinen wichtigsten Werken zählen unteranderem „Buddenbrooks“, „Königliche Hoheit“, „Der Zauberberg“ und „Lotte in Weimar“.

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