„Wir hatten zwei Beutel Gras, fünfundsiebzig Kügelchen Meskalin,
fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, einen Salzstreuer halbvoll mit Kokain
und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Upper, Downer, Heuler, Lacher … sowie
einen Liter Tequila, eine Flasche Rum, eine Kiste Bier, einen halben Liter
unverdünnten Ether und zwei Dutzend Poppers. Den ganzen Kram hatten wir in der
Nacht zuvor zusammengerafft, auf einer wilden Höllenfahrt durch den gesamten
Los-Angeles-Bezirk; von Topanga bis Watts griffen wir uns alles, dessen wir
habhaft werden konnten. Nicht, dass wir das ganze Zeug für den Trip wirklich
brauchten, aber wenn man sich einmal darauf einläßt, eine ernsthafte Drogen-Sammlung
anzulegen, neigt man eben dazu, extrem zu werden.“
Der Sportjournalist Raoul Duke soll über das Off-Road-Rennen
Mint-400 in der Wüste bei Las Vegas berichten. Zusammen mit einem Freund, dem
Anwalt Dr. Gonzo, macht sich dieser in einem roten Kabrio auf den Weg. Im
Gepäck haben die Beiden jede nur erdenkliche Droge und natürlich jede Menge
Alkohol. Anstatt über das Rennen zu berichten, geht Raoul Duke in einem
massiven Drogenrausch dem Amerikanischen Traum nach.
„Fear and Loathing
in Las Vegas“ ist eine radikale Abrechnung mit dem „American Way of
Life“ und auch der naiven Hippi-Bewegung. Es ist ein Klassiker der Literatur,
der wie alle anderen Werke von Hunter S. Thompson, ins Genre des Gonzo zu
rechnen ist.
Hunter S. Thompson, Schriftsteller und Journalist, war einer der größten
Ikonen der Hippie-Bewegung. Als einer der bekanntesten Vertreter des New
Journalism neben Tom Wolfe, gehörte Thompson zu den wichtigsten Journalisten
des zwanzigsten Jahrhunderts. Hunter Stockton Thompson wurde am 18. Juli 1937
in Louisville, Kentucky geboren. Nachdem er aus dem Armeedienst ausschied,
begann er Ende der 50er Jahre als Sportjournalist zu arbeiten. Später war
Thompson als Südamerika-Korrespondent in Peru, Kolumbien und Brasilien
unterwegs. Ende der 60er gehörte er zu den ersten Autoren des Rolling Stone Magazins
und widmete sich ab den 70er Jahren verstärkt der Politik zu.
Thompsons erstes Buch, „Hell`s Angels“, erschien 1967 und beschäftigte
sich als erster mit den Motorradgangs Kaliforniens, in dem er ein Jahr lang mit
den Hells Angels unterwegs war. Weitere seiner Werke sind unter anderem „Fear and
Loathing in Las Vegas”, „Better than Sex“, „The Rum Diary.
A Novel“, „Kingdom of Fear” und „Der Fluch es Lono”.
„Die Footballsaison ist vorbei
Keine Spiele mehr. Keine Bomben mehr. Kein Laufen mehr. Kein Spaß mehr.
Kein Schwimmen mehr. 67. Das ist 17 Jahre nach 50. 17 mehr als ich brauchte
oder wollte. Langweilig. Ich bin nur noch gehässig. Kein Spaß - für niemanden.
67. Du wirst gierig. Benimm dich deinem hohen Alter entsprechend. Entspann'
dich - es wird nicht wehtun“, schrieb Hunter S. Thompson in seinem
Abschiedsbrief. Am 20. Februar 2005 entschied sich der Autor für einen Freitod,
in dem er sich selbst erschoss.
Dem Wunsch Thompsons zu Folge wurde seine Asche per Rakete in alle Winde
zerstreut. Als Kanonier betätigte sich sein langjähriger Freund Johnny Depp,
der von Thompson immer nur als „Colonel“ bezeichnet wurde. Zusätzlich verfügte
er, dass die Gäste auf seiner Trauerfeier mit Gummipuppen tanzen sollten.
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