Sonntag, 1. Juni 2014

Fear and Loathing in Las Vegas

„Wir hatten zwei Beutel Gras, fünfundsiebzig Kügelchen Meskalin, fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, einen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Upper, Downer, Heuler, Lacher … sowie einen Liter Tequila, eine Flasche Rum, eine Kiste Bier, einen halben Liter unverdünnten Ether und zwei Dutzend Poppers. Den ganzen Kram hatten wir in der Nacht zuvor zusammengerafft, auf einer wilden Höllenfahrt durch den gesamten Los-Angeles-Bezirk; von Topanga bis Watts griffen wir uns alles, dessen wir habhaft werden konnten. Nicht, dass wir das ganze Zeug für den Trip wirklich brauchten, aber wenn man sich einmal darauf einläßt, eine ernsthafte Drogen-Sammlung anzulegen, neigt man eben dazu, extrem zu werden.“

Der Sportjournalist Raoul Duke soll über das Off-Road-Rennen Mint-400 in der Wüste bei Las Vegas berichten. Zusammen mit einem Freund, dem Anwalt Dr. Gonzo, macht sich dieser in einem roten Kabrio auf den Weg. Im Gepäck haben die Beiden jede nur erdenkliche Droge und natürlich jede Menge Alkohol. Anstatt über das Rennen zu berichten, geht Raoul Duke in einem massiven Drogenrausch dem Amerikanischen Traum nach.

„Fear and Loathing in Las Vegas“ ist eine radikale Abrechnung mit dem „American Way of Life“ und auch der naiven Hippi-Bewegung. Es ist ein Klassiker der Literatur, der wie alle anderen Werke von Hunter S. Thompson, ins Genre des Gonzo zu rechnen ist.

Hunter S. Thompson, Schriftsteller und Journalist, war einer der größten Ikonen der Hippie-Bewegung. Als einer der bekanntesten Vertreter des New Journalism neben Tom Wolfe, gehörte Thompson zu den wichtigsten Journalisten des zwanzigsten Jahrhunderts. Hunter Stockton Thompson wurde am 18. Juli 1937 in Louisville, Kentucky geboren. Nachdem er aus dem Armeedienst ausschied, begann er Ende der 50er Jahre als Sportjournalist zu arbeiten. Später war Thompson als Südamerika-Korrespondent in Peru, Kolumbien und Brasilien unterwegs. Ende der 60er gehörte er zu den ersten Autoren des Rolling Stone Magazins und widmete sich ab den 70er Jahren verstärkt der Politik zu.

Thompsons erstes Buch, „Hell`s Angels“, erschien 1967 und beschäftigte sich als erster mit den Motorradgangs Kaliforniens, in dem er ein Jahr lang mit den Hells Angels unterwegs war. Weitere seiner Werke sind unter anderem „Fear and Loathing in Las Vegas”, Better than Sex“, „The Rum Diary. A Novel“, „Kingdom of Fear” und „Der Fluch es Lono”.

„Die Footballsaison ist vorbei
Keine Spiele mehr. Keine Bomben mehr. Kein Laufen mehr. Kein Spaß mehr. Kein Schwimmen mehr. 67. Das ist 17 Jahre nach 50. 17 mehr als ich brauchte oder wollte. Langweilig. Ich bin nur noch gehässig. Kein Spaß - für niemanden. 67. Du wirst gierig. Benimm dich deinem hohen Alter entsprechend. Entspann' dich - es wird nicht wehtun“, schrieb Hunter S. Thompson in seinem Abschiedsbrief. Am 20. Februar 2005 entschied sich der Autor für einen Freitod, in dem er sich selbst erschoss.

Dem Wunsch Thompsons zu Folge wurde seine Asche per Rakete in alle Winde zerstreut. Als Kanonier betätigte sich sein langjähriger Freund Johnny Depp, der von Thompson immer nur als „Colonel“ bezeichnet wurde. Zusätzlich verfügte er, dass die Gäste auf seiner Trauerfeier mit Gummipuppen tanzen sollten.

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